{"id":165,"date":"2013-05-31T14:33:38","date_gmt":"2013-05-31T12:33:38","guid":{"rendered":"http:\/\/initiativelayeconde.noblogs.org\/?p=165"},"modified":"2013-06-08T14:57:46","modified_gmt":"2013-06-08T12:57:46","slug":"165","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/initiativelayeconde.noblogs.org\/?p=165","title":{"rendered":"Begleitung\u2029 7.\u2029Prozesstag\u2029, 22.\u2029Mai\u2029 2013\u2029, Landgericht\u2029 Bremen,\u2029 Strafkammer\u2029 21,\u2029 Schwurgericht 1"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zeugenvernehmung eines Gutachters<br \/>\nKnapp dreist\u00fcndige Befragung des Angeklagten I. Volz<\/strong><\/p>\n<p>Der Verhandlungstag beginnt mit der <strong>Vernehmung des Gutachters Herr Prosiegel<\/strong> aus M\u00fcnchen, Neurologe. Es geht um die Frage, ob eine (stille) Aspiration, also das Eintreten von jeglicher Substanz in die Lunge, w\u00e4hrend der Prozedur durch den Polizeiarzt stattgefunden hat und dadurch eine Aspirationspneunomie ausgel\u00f6st wurde, die die Todesursache sein k\u00f6nnte. <!--more-->Der Gutachter ist der Meinung, dass das in der Lunge von Laye Cond\u00e9 nach seinem Tod gefundene Wasser auch durch die Notbeatmung mittels Maske eingedrungen sein kann, die aber in der Situation alternativlos gewesen sei. Ab 5 ml Wassereintritt sei Aspiration nachzuweisen. Normalerweise, so der Gutachter, trete bei einer Aspiration immer Husten auf. Bei Laye Cond\u00e9 sei aber kein Husten protokolliert worden, das irritiere ihn, weil zahlreiche andere Kleinigkeiten protokolliert worden w\u00e4ren. Dieser Husten h\u00e4tte h\u00f6r- und sehbar sein m\u00fcssen. Aus diesem Grund h\u00e4lt er die von anderen Gutachtern vertretene These, Laye Cond\u00e9 sei ertr\u00e4nkt worden, f\u00fcr nicht plausibel. Er r\u00e4umt aber ein, in der Gesamtsituation und dem Tumult k\u00f6nnte das Husten auch untergegangen sein oder Laye Cond\u00e9 habe eben nicht gehustet. Dann, gehe man weiter von einer Aspiration zu diesem Zeitpunkt aus, w\u00e4re es eine stille Aspiration gewesen, also ohne Husten. Bei Laye Cond\u00e9 sei Hirntod als Todesursache festgestellt worden, aber das sei ja keine Todesursache, sondern die Folge von etwas anderem. Nach einem im letzten Prozess unter dem vorsitzenden Richter Kellermann verhandelten Gutachten sei es Herr Cond\u00e9 nach dem ersten Mal sehr schlecht gegangen (O2 Wert 89%). Danach habe er sich wieder gefangen und der Wert sei wieder auf 99 % geklettert. Wenn vor dieser Verschlechterung bereits eine Hirnsch\u00e4digung aufgetreten sein soll, dann fragt sich der Gutachter, warum dann der Wert wieder auf 99 % gestiegen sei.<br \/>\nAuch bei diesem Gutachten geht es wieder viel darum, dass Laye Cond\u00e9 \u201e<em>gefiltert<\/em>\u201c habe, also versucht habe, durch Schlie\u00dfen der Z\u00e4hne das ausspucken von Drogenk\u00fcgelchen zu verhindern.<br \/>\nHerr Cond\u00e9 habe das bis zum Schluss getan und wenn das einer tue, dann k\u00f6nnen man nicht \u201e<em>von einer schweren Bewusstseinsst\u00f6rung ausgehen<\/em>\u201c. Es sei dadurch zu einer kontinuierlichen Reizung des Vagus-Nervs gekommen, was wiederum zu einer Verlangsamung der Herzfrequenz beigetragen habe. Nach den Problemen in der ersten Phase habe er sich noch stabilisiert, in der 2. Phase \u201e<em>gings dann sozusagen schief<\/em>\u201c, so der Gutachter. \u201e<em>Nach dem zweiten Mal<\/em>\u201c (gemeint ist wohl die 2. Phase der Prozedur, also nach Eintreffen des Notarztes) sei dann der Muskeltonus von Laye Cond\u00e9 schwach geworden, seine Augen zu gewesen. Das deute auf einen Ausfall des unteren Hirnstamms hin, das Herz habe aufgeh\u00f6rt zu schlagen, Laye Cond\u00e9 sei komat\u00f6s dagelegen. Danach habe der Notarzt ihn wiederbelebt. Bei der Wiederbelebung sei es h\u00f6chst wahrscheinlich zu einer Aspiration gekommen, da durch den Druck Wasser und anderes Material in die Lunge gekommen sei. Wenn ein Mensch in komat\u00f6sem Zustand beatmet werde, sei es normal, dass es zur Aspiration komme, in diesem Fall Magensaft und Wasser in die Lunge eingetreten seien.<br \/>\nZur Frage, ob es vorher eine stille Aspiration gab, also ohne Husten, sagt der Gutachter, Husten sei der robusteste Reflex des Menschen und er k\u00f6nne sich nicht vorstellen, dass der bei Laye Cond\u00e9 gefehlt haben solle. Am Hustenreiz g\u00e4be es kein Vorbei und Laye Cond\u00e9 sei im Mund- und Rachenbereich gesund gewesen, sei nicht an\u00e4sthesiert gewesen und h\u00e4tte auch keinen Hirnschaden gehabt. Man k\u00f6nne einen Hustenreflex auch nicht unterdr\u00fccken, das habe er an sich selbst mittels einer Nasensonde ausprobiert, anders als den W\u00fcrgereiz, der bei 30 % der Menschen ohnehin aufgehoben sei.<br \/>\nDas kontinuierliche \u201e<em>Filtern<\/em>\u201c durch Laye Cond\u00e9 habe eine erhebliche Anstrengung bedeutet und zu einer kontinuierlichen Reizung des vagalen Reflexes gef\u00fchrt. Diese Reizung habe nach den Protokollen \u00fcber eine Stunde gedauert. Das sei seiner Meinung die Ursache f\u00fcr den Hirntod. Der Hustenreiz sei ein Anzeichen, dass das Material auf die Stimmb\u00e4nder trifft und Menschen versuchen, das zu unterdr\u00fccken, in dem sie husten w\u00fcrden. Es g\u00e4be Wissenschaftler, die sagen, dass es stille Aspiration gebe, aber er frage sich, wie das funktionieren solle. Wenn jemand in der Lage sei zu filtern, dann sei er nicht so bewusstseinsgetr\u00fcbt, dass er nicht mehr husten k\u00f6nne. Er k\u00f6nne sich das im besten Willen nicht vorstellen, k\u00f6nne das aber nat\u00fcrlich nicht ausschlie\u00dfen. <\/p>\n<p>Nachfrage der Richterin, wieso er das nicht ausschlie\u00dfen k\u00f6nne?<br \/>\nWeil Laye Cond\u00e9 apathisch gewesen sein soll und deshalb eventuell doch bewusstseinsgetr\u00fcbter als angenommen. Dann habe es eventuell. doch eine stille Aspiration geben k\u00f6nnen<\/p>\n<p>Auf die Frage der Richterin, welcher Reflex eher aufh\u00f6rt, der W\u00fcrgereflex oder der Hustenreflex, kann der Gutachter keine Antwort geben. Er betont, dass Hustenreflex der robusteste Reflex sei. <\/p>\n<p>Frage, ob das Aspirationsrisiko bei einer Prozedur wie der vorliegenden steigt? Der Gutachter sagt dazu, dass es durch das kontinuierliche \u201e<em>Filtern<\/em>\u201c von Laye Cond\u00e9 zu einer dauerhaften Reizung von sensiblen Bereichen des Atmens gekommen sei, dadurch w\u00e4re der Herzschlag langsamer geworden und die Pupillen enger. Die Folge sei der Hirntod. <\/p>\n<p>Frage, ob es bei forciertem Erbrechen bei gleichzeitigem Filtern ein erh\u00f6htes Aspirationsrisiko g\u00e4be? Bei wachen Menschen w\u00e4re dies kein Problem, das Risiko sei nur minimal erh\u00f6ht wegen der unphysiologischen Form des Erbrechens. <\/p>\n<p>Frage eines anwesenden Sachverst\u00e4ndigen: Wenn in der 1. Phase eine vagaler Reflex vorlag und der Ausl\u00f6ser ab der Unterbrechung unterlassen worden w\u00e4re, h\u00e4tte sich dann die Reaktion des Herzens wieder stabilisiert? Antwort: ja.<\/p>\n<p>H\u00e4tte es bei Kontakt mit Wasser auch einen Stimmritzenkrampf gegeben haben k\u00f6nnen? Das g\u00e4be es, sei aber sehr selten und nicht zu \u00fcbersehen bzw. von nach Luft schnappen begleitet, sei aber auch nicht sein Fachgebiet.<\/p>\n<p>Auch diesem Gutachter wird der schon wiederholt vom Verteidiger und vom ehemaligen Chef des Angeklagten Birkholz ins Verfahren eingef\u00fchrte Artikel vorgelegt, bei dem es um t\u00f6dliche Tauchunf\u00e4lle in kaltem Wasser geht (siehe Protokoll vom 4. Prozesstag). Auch dieser Gutachter kann den Artikel \u201e<em>schwerlich auf den vorliegenden Fall \u00fcbertragen<\/em>\u201c, zum Beispiel da es sich ja nicht um sehr kaltes Wasser gehandelt habe. Verteidiger Joester m\u00f6chte daraufhin kurzer Hand das kalte Wasser durch den Stress von Laye Cond\u00e9 ersetzen, weshalb die Herzfrequenz beschleunigt gewesen sei. F\u00fcr den Gutachter bleibt das aber alles sehr hypothetisch.<\/p>\n<p><strong>Vernehmung des Angeklagten Igor Volz<\/strong><\/p>\n<p>Die Richterin will wissen, was f\u00fcr eine Spritze er benutzt hat, um das Wasser zu injizieren. Volz wei\u00df das nicht mehr, er erinnert sich auch nicht mehr an die Gr\u00f6\u00dfe des Bechers. Im Untersuchungsprotokoll habe gestanden 1500 ml, das sei gesch\u00e4tzt gewesen. <\/p>\n<p>Die Richterin meint im Untersuchungsprotokoll habe gestanden, Volz habe Laye Cond\u00e9 \u201e<em>ausf\u00fchrlich untersucht<\/em>\u201c. Sie will wissen, was \u201eausf\u00fchrlich untersucht\u201c bedeute. Volz sagt, dass sei eine Routineuntersuchung gewesen. Pupillenkontrolle mit der Taschenlampe, Herzfrequenz, Blutdruck, Lunge abh\u00f6ren. Einige Untersuchungen habe er im Sitzen gemacht, einige im Liegen. Er mache solche Untersuchungen auch bei Leuten, deren Haftf\u00e4higkeit er pr\u00fcfen solle, das sei Routine. Er habe Laye Cond\u00e9 angeboten, die Fl\u00fcssigkeit zu trinken, aber der habe das abgelehnt. Er sei \u201e<em>nicht kooperativ<\/em>\u201c gewesen, nicht gewaltt\u00e4tig oder aggressiv, aber er habe die Ma\u00dfnahme nicht verstehen wollen, habe immer wieder gesagt, dass er nichts geschluckt habe. <\/p>\n<p>Er habe sich mit ihm auf einem Sprachgemisch unterhalten, aber haupts\u00e4chlich auf Deutsch. Laye Cond\u00e9 habe ihn gut verstanden. Er habe den Eindruck gehabt, er verstehe, worum es gehe, er habe gesagt, ich habe nie mit Drogen gehandelt. Aber es sei etwas anderes als eine ausf\u00fchrliche Unterhaltung bei einer Untersuchung beim Arzt. Er habe ihn aber gefragt, ob er schon einmal Blut gespuckt habe oder Drogen, Alkohol oder Tabletten nehme und Laye Cond\u00e9 habe ihn verstanden und das verneint. Er habe auch gesagt, dass er keine Erkrankungen habe. <\/p>\n<p>Die Richterin will wissen, wie viel Fl\u00fcssigkeit eingefl\u00f6\u00dft worden w\u00e4re. Volz erinnert sich nicht. <\/p>\n<p>Die Richterin fragt weiter, was ihm am Sauerstoffmessger\u00e4t aufgefallen sei. Volz sagt, das Ger\u00e4t sei ausgefallen, es w\u00e4re nur noch ein Strich und Punkte sichtbar gewesen. Laye Cond\u00e9 sei aber nicht auff\u00e4llig gewesen, man habe nicht gesehen, dass es ihm schlecht gehe. Er dachte, er wolle nur \u201e<em>markieren<\/em>\u201c, dass es ihm schlecht gehe um die Ma\u00dfnahme zu unterbrechen.<br \/>\nAls er merkte, dass das Ger\u00e4t kaputt war, sei er hinaus gelaufen und habe einen Krankenwagen rufen wollen. Er habe das wegen dem Ger\u00e4t gemacht und nicht weil es Herr Cond\u00e9 schlecht gegangen w\u00e4re. Der Polizist habe dann gesagt, dass auch ein Notarzt kommt. Er wollte urspr\u00fcnglich keinen Notarzt rufen, sondern den Krankenwagen aber der Notarzt war f\u00fcr ihn auch ok. Au\u00dferdem habe er die Hoffnung gehabt, der Notarzt breche die Ma\u00dfnahme ab und nehme Laye Cond\u00e9 mit. Er habe ihn gefragt, ob er ihn mitnehmen k\u00f6nne, aber dieser habe das nicht gemacht.<\/p>\n<p>Die Richterin fragt noch einmal nach, der Beamte habe ausgesagt, dass er, Volz, den Notarzt rufen wollte. Das verneint er, er habe nur einen Krankenwagen rufen wollen f\u00fcr ein neues Ger\u00e4t. Er habe dann gedacht, dass der Notarzt auch ein O2-Ger\u00e4t habe und w\u00e4re einverstanden gewesen, dass der Notarzt komme. F\u00fcr ihn habe aber \u201e<em>kein Notfall<\/em>\u201c vorgelegen. Er sei davon ausgegangen, Laye Cond\u00e9 simuliere nur, da ja alle Werte in Ordnung waren. Er habe nur den einen Wert \u00fcberpr\u00fcfen wollen. Und es w\u00e4re ein Chance f\u00fcr ihn gewesen, diese Ma\u00dfnahme zu beenden. <\/p>\n<p>Volz berichtet weiter, er habe viel Druck von der Polizei bekommen, sie h\u00e4tten gesagt, dass Laye Cond\u00e9 viele Drogen runter geschluckt habe und sie weiter machen m\u00fcssten. (\u201e<em>Herr Volz, machen Sie weiter, machen Sie weiter!<\/em>\u201c). Der einzige Grund, aufh\u00f6ren zu k\u00f6nnen, w\u00e4re ein medizinischer gewesen aber den habe es nicht gegeben. Er sei ja nur beauftragt, die Ma\u00dfnahme durchzuf\u00fchren. F\u00fcr ihn w\u00e4re es in Ordnung gewesen, wenn die Ma\u00dfnahme nach den ersten erbrochenen K\u00fcgelchen beendet worden sei. Er habe dann aber unterbrochen, bis das neue Ger\u00e4t gekommen sei. Als der Notarzt vor Ort gewesen sei, w\u00e4ren die Werte wieder normal gewesen.  Alle seien zum Schluss gekommen, die O2-S\u00e4ttigung sei stabil und gut. <\/p>\n<p>Volz berichtet weiter, er habe Laye Cond\u00e9 zwischendurch regelm\u00e4\u00dfig untersucht, er habe ihn auch vor der zweiten Phase untersucht, er habe das Herz abgeh\u00f6rt, Reflexe und Blutdruck \u00fcberpr\u00fcft. Er habe das aber nur zur Sicherheit gemacht, zum \u00fcberpr\u00fcfen, nicht aber, weil es Laye Cond\u00e9 schlecht gegangen sei. Er habe sicher sein wollen, dass alles ok sei. Der Notarzt habe das best\u00e4tigt und gesagt, sie k\u00f6nnten weiter machen. Er habe ihn gefragt, ob Laye Cond\u00e9 nicht ins Krankenhaus m\u00fcsse, aber der Notarzt habe dies verneint. Der Notarzt habe Laye Cond\u00e9 aber selbst nicht untersucht.<\/p>\n<p>Die Richterin fragt, ob ihm in der Situation, als der O2-Wert auf 89 % abgesunken ist, nicht Zweifel gekommen seien? Volz sagt, dass er das schon einmal bei sich gemessen habe und dabei den Arm abgebunden habe. Da sei der O2-Wert auch extrem niedrig gewesen, bei 91. Er kenne das, der O2 Wert k\u00f6nne mal abfallen. Es habe aber sonst keine k\u00f6rperlichen Anzeichen gegeben. <\/p>\n<p>Die Richterin will wissen, ob der niedrige Wert nicht ein Argument f\u00fcr ihn gewesen sein h\u00e4tte k\u00f6nnen, um die Ma\u00dfnahme abzubrechen. Er antwortet, der O2-Wert sei auch eigentlich gar nicht so wichtig. Wenn kein anderes klinisches Anzeichen zu erkennen sei, g\u00e4be es keinen Grund zur Sorge. <\/p>\n<p>Die Richterin hakt noch einmal nach, wieso er nicht abgebrochen habe, als der Wert gesunken sei.<br \/>\nDer Wert sei danach ja wieder normal gewesen, so die Antwort von Volz. Er r\u00e4umt aber ein, \u201e<em>ja, das h\u00e4tte eine Chance sein k\u00f6nnen, um aufzuh\u00f6ren<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Frage der Richterin fragt, ob Volz bekannt gewesen sei, dass kalte H\u00e4nde bzw. Zirkulationsprobleme aufgrund der gefesselten H\u00e4nde eine Ursache f\u00fcr den abfallenden O2-Wert gewesen sein k\u00f6nnten. Denn laut Protokoll h\u00e4tten erst die Rettungssanit\u00e4ter an diese Ursache gedacht. <\/p>\n<p>Volz antwortet, dass ein Wert alleine keine Aussage habe. Er k\u00f6nne nicht beantworten, ob er daran gedacht habe oder nicht. <\/p>\n<p>Die Richterin fragt, ob er den Sensor des Messger\u00e4tes \u00fcberpr\u00fcft oder ausgetauscht habe, da es wohl bekannt sei, dass dies auch ein h\u00e4ufiges Problem sein k\u00f6nne. <\/p>\n<p>Volz kann sich nicht erinnern. Er kann sich auch nicht erinnern, ob es Ersatzsensoren gegeben habe. Er denke aber schon. <\/p>\n<p>Die Richterin will wissen, wann er die Verweilkan\u00fcle gelegt habe.<\/p>\n<p>Er sagt, er habe die Verweilkan\u00fcle gelegt, als er nach dem Rufen des Krankenwagens zur\u00fcck kam. Er habe Laye Cond\u00e9 untersucht und festgestellt, dass alles oK ist. Er habe aber trotzdem aus Vorsicht eine Verweilkan\u00fcle gelegt, sozusagen prophylaktisch in den rechten Arm.<br \/>\nLaye Cond\u00e9 habe die meiste Zeit die Augen geschlossen gehabt, nur manchmal ge\u00f6ffnet. <\/p>\n<p>Der Notarzt habe ausgesagt, so die Richterin, dass Volz ihn, als er gekommen ist, an der T\u00fcre entgegen gekommen sei und gesagt habe, es sei alles nicht so schlimm sondern nur ein Ger\u00e4tefehler. Dieser habe sich \u201e<em>ausgeladen<\/em>\u201c gef\u00fchlt. <\/p>\n<p>Volz sagt, er habe ehrlich sein wollen. Zudem habe der Notarzt gesagt, er nehme Laye Cond\u00e9 nicht mit und er habe den Notarzt f\u00fcr fachlich qualifizierter gehalten. Dieser habe ein Schild getragen, wo etwas wie Oberarzt und Facharzt darauf gestanden habe. Er habe sich fachlich entwertet oder niedriger und \u201e<em>eingesch\u00fcchtert<\/em>\u201c gef\u00fchlt. Der Notarzt habe nichts gegen die Ma\u00dfnahme gesagt, ihm aber das Gef\u00fchl gegeben, er verstehe nichts von Medizin. Er selber sei sich sicher gewesen, aber er wollte das trotzdem noch einmal nachpr\u00fcfen. Aus seiner Sicht habe es keine Gr\u00fcnde gegeben um Laye Cond\u00e9 ins Krankenhaus zu schicken. \u201e<em>Ich habe ihm geschildert, was ich mache<\/em>.\u201c Er habe ihm auch gesagt, dass \u201e<em>die immer markieren w\u00fcrden, um die Ma\u00dfnahme zu unterbrechen, ich wollte ihn nicht auf die falsche F\u00e4hrte f\u00fchren<\/em>.\u201c <\/p>\n<p>Frage: War der Zustand von Laye Cond\u00e9 in der ersten und zweiten Phase gleich?<\/p>\n<p>Volz sagt, er und die Beamten h\u00e4tten das Gef\u00fchl gehabt, Laye Cond\u00e9 habe \u201e<em>aufgegeben<\/em>\u201c. Er habe keine gesundheitliche Verschlechterung gesehen. Er habe keine Zeichen daf\u00fcr gesehen. Laye Cond\u00e9 habe bis zum Schluss \u201e<em>gefiltert<\/em>\u201c, er sei aufrecht da gesessen und nur an den F\u00fc\u00dfen fixiert gewesen. Sein Muskeltonus sei gut gewesen, da er aufrecht gesessen habe. Alle Ger\u00e4te h\u00e4tten w\u00e4hrend der Ma\u00dfnahme normale Werte angezeigt. <\/p>\n<p>Wenn er ein Zeichen gesehen h\u00e4tte, dass es Laye Cond\u00e9 nicht gut gegangen ist, dann h\u00e4tte er die Ma\u00dfnahme abgebrochen. Als der Notarzt gehen wollte und schon im Flur stand, habe der Polizist, der w\u00e4hrend der Prozedur den Kopf festgehalten hatte, gesagt, Laye Cond\u00e9 atme nicht mehr. Das sei f\u00fcr ihn \u201e<em>eine \u00dcberraschung<\/em>\u201c gewesen. <\/p>\n<p>Die Richterin fragt, ob es eine Situation gegeben habe w\u00e4hrend der Ma\u00dfnahme, in der Laye Cond\u00e9 nicht mehr gew\u00fcrgt habe, sondern nur noch Wasser aus seinem Mund gekommen sei, das habe so der Polizeibeamte Krieg ausgesagt. Volz sagt, er k\u00f6nne sich daran nicht erinnern. <\/p>\n<p>Die Richterin sagt, es wurde protokolliert, dass erst ein K\u00fcgelchen und dann zwei erbrochen wurden. Sie fragt, wie diese K\u00fcgelchen herausgekommen seien. Ob sie durch die Zahnl\u00fccke erbrochen oder ob sie mit einer Pinzette aus dem Mund entfernt worden seien. <\/p>\n<p>Er habe im Mund nachgeguckt aber selbst nicht den Mund aufgehalten. Den habe der Beamte aufgehalten. Der habe ja auch in der Verhandlung erz\u00e4hlt, der Widerstand sei nicht stark gewesen.<\/p>\n<p>Die Richterin fragt, was f\u00fcr einen Sinn der Holzspatel gehabt habe.<br \/>\nVolz antwortet, er habe mit der Pinzette nach den K\u00fcgelchen im Mund gucken wollen. Den Spatel habe er in der zweiten Phase am Anfang und in der Mitte benutzt. Er habe damit den Brechreiz ausl\u00f6sen wollen. In dem fr\u00fcher benutzten Raum sei so ein Spatel immer vorhanden gewesen, in diesem Fall habe der Sanit\u00e4ter ihm einen aus dem Krankenwagen holen m\u00fcssen. \u201e<em>Ich habe Menschen gehabt mit sehr schwallartigem Erbrechen, bei anderen brauchte es einen Spatel<\/em>\u201c. <\/p>\n<p>Die Richterin fragt, ob der Brechreiz vorher nachgelassen h\u00e4tte? Das k\u00f6nne er nicht sagen.<br \/>\nDie Richterin fragt erneut, warum man einen Brechreiz ausl\u00f6sen m\u00f6chte, wenn er bereits da w\u00e4re.<br \/>\nVolz wiederholt nur, dass er es gemacht habe, damit es zum Erbrechen kommt. Mehr wisse er nicht. Alles sei \u201e<em>wie immer<\/em>\u201c gewesen.<\/p>\n<p>Die Richterin fragt, wie das abgelaufen ist, wer Laye Cond\u00e9 den Mund ge\u00f6ffnet habe oder was er gesagt habe.<br \/>\nVolz sagt, er selbst habe den Mund nicht ge\u00f6ffnet sondern der Polizist. Laye Cond\u00e9 habe bis zum Schluss \u201e<em>gefiltert<\/em>\u201c, bis zum Ende als das Ger\u00e4t abgeschaltet wurde. Danach sei es ihm pl\u00f6tzlich schlecht gegangen. <\/p>\n<p>Die Richterin fragt, wie die Ma\u00dfnahme beendet wurde.<br \/>\nEr habe mit den Beamten und Notarzt gesprochen, dass Laye Cond\u00e9 nur noch Wasser erbricht und es deshalb keinen Sinn mehr mache, weiter zu machen. Das w\u00e4re eine Absprache mit den Polizisten gewesen. Da es zum Schluss nur noch Wasser war, sei es f\u00fcr ihn ein Zeichen gewesen, dass es \u201e<em>keinen Sinn mehr<\/em>\u201c mache. Die Polizisten, die bis dahin ja immer gedr\u00e4ngelt h\u00e4tten, h\u00e4tten dem nun zugestimmt.<\/p>\n<p>Die Richterin sagt, dass der Notarzt in der Vernehmung ja gesagt habe, dass es ihm pers\u00f6nlich danach schlecht gegangen sei. Sie fragt Volz wie es ihm im Nachhinein gehe. <\/p>\n<p>Volz dazu: \u201e<em>Ich bedaure sehr, was passiert ist<\/em>.\u201c Er sagt, er wisse nicht, was er falsch gemacht habe oder was er anders h\u00e4tte machen k\u00f6nnen. Er habe viel dar\u00fcber nachgedacht. Von heute aus betrachtet, w\u00fcrde er den Notarzt \u00fcberreden, Laye Cond\u00e9 mitzunehmen. Andererseits habe es keine Anzeichen daf\u00fcr gegeben und es habe sich schlie\u00dflich um \u201e<em>eine staatliche Ma\u00dfnahme<\/em>\u201c gehandelt.<br \/>\nEr selbst sei Gerichtsmediziner, da w\u00fcrde man viel mitbekommen und lernen, \u201e<em>sich von Gef\u00fchlen und Emotionen zu distanzieren, sonst kann man den Job nicht machen<\/em>.\u201c Er sagt, er sei jahrelang in psychiatrischer Behandlung gewesen, er w\u00fcrde heute so einen Auftrag nicht mehr ausf\u00fchren, \u201e<em>lieber ginge ich in den Knast<\/em>.\u201c [heult]<\/p>\n<p>Frage: wurden die Werte nur angezeigt oder auch angesagt?<br \/>\nDie Werte seien angezeigt und auch angesagt worden. Der Notarzt habe direkt neben Laye Cond\u00e9 gesessen und er habe den Notarzt im Blick gehabt und die Werte seien auch die ganze Zeit in Ordnung gewesen. <\/p>\n<p>Die Richterin sagt, dass der Beamte Famulla ausgesagt habe, er habe Laye Cond\u00e9 nur an der Stirn festgehalten. Volz sagt, dass der Beamte Laye Cond\u00e9 auch an der Seite gehalten habe, so musste er ihn z.B. beim Einf\u00fchren der Sonde schon st\u00e4rker festhalten, als Laye Cond\u00e9 seinen Kopf wegdrehen wollte. Und um den Mund zu \u00f6ffnen, habe der Beamte auch in die Backe gelangt. Er glaube schon, dass der Beamte seine H\u00e4nde auch mal am Hals von Laye Cond\u00e9 hatte zum Festhalten, und zum M\u00fcnd \u00f6ffnen von oben den Kiefer mit beiden Daumen nach unten gedr\u00fcckt habe.<\/p>\n<p>Die Richterin sagt, sie gehe davon aus, dass Volz die beiden BGH-Urteile gelesen habe. Sie frage sich als Laie, wieso er in der 2. Phase denn weiter gemacht habe.<\/p>\n<p>Volz sagt, im Nachhinein betrachtet w\u00fcrde er aufh\u00f6ren. Aber es habe keine Gr\u00fcnde gegeben, um aufzuh\u00f6ren. Er sei selber \u00fcberrascht gewesen. Er sei in den Tagen danach ins Krankenhaus gefahren und habe sich nach Laye Cond\u00e9 erkundigt. Da sei er \u00fcberrascht gewesen, dass es ihm so schlecht gehe. Er habe auch sp\u00e4ter noch mehrmals im Krankenhaus angerufen und sich erkundigt.<\/p>\n<p>Volz f\u00fchrt fort, alle seien \u00fcberrascht gewesen auch die Polizisten. Er habe zwar von dem Hamburger Fall gewusst, aber der wurde damals als Einzelfall angesehen, die Prozedur galt als harmlos.<\/p>\n<p>Die Richterin sagt, dass er ja eine Menge Exkorporationen gemacht habe, \u00fcber 100 davon mindestens 2 mit Nasensonde und unter Anwendung von Zwang. Volz korrigiert hier seine Angaben vom ersten Verhandlungstag, er habe vielmehr bestimmt f\u00fcnf zwangsweise Brechmittelvergaben durchgef\u00fchrt. <\/p>\n<p>Die Richterin h\u00e4lt ihm vor, er habe ja auch Fortbildungen zu diesem Thema besucht und in internen Diskussionen sei gesagt worden, bei \u201e<em>Filtern<\/em>\u201c k\u00f6nnte es kritisch werden, so habe sein damaliger Chef Birkholz auch berichtet. Demnach sei nicht das zwangsweise Legen der Sonde problematisch, sondern das \u201e<em>Filtern<\/em>\u201c k\u00f6nne zu gesundheitlichen Problemen f\u00fchren.<br \/>\nDie Verteidigung reklamiert das. Das habe Herr Birkhoff nicht gesagt. Die Richterin schaut in den Protokollen nach und nimmt die Frage zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Der Staatsanwalt fragt:<br \/>\nZur Kommunikation: Volz habe gesagt, sie h\u00e4tten in einem Misch gesprochen. Welche Sprachen er denn spreche.<br \/>\nVolz sagt, der spreche russisch, deutsch und ein bi\u00dfchen englisch. Aber er habe sich haupts\u00e4chlich auf deutsch mit Laye Cond\u00e9 unterhalten. Der habe alle Fragen beantwortet, zwar nicht ausf\u00fchrlich aber er habe sie verstanden. <\/p>\n<p>Der StA Fragt, welche Werte in der zweiten Phase \u00fcberwacht wurden.<br \/>\nVolz: Blutdruck, Sauerstoff, Herzfrequenz<\/p>\n<p>Und in der ersten Phase:<br \/>\nVolz: Blutdruck und Sauerstoff<\/p>\n<p>Der StA will wissen, ob es eine Absaugvorrichtung gab.<br \/>\nVolz sagt, er habe zwei Notfallkoffer dabei gehabt, er denke, da w\u00e4re eine drin gewesen, wisse das aber nicht mehr genau. Sonst sei wahrscheinlich eine im Raum gewesen. <\/p>\n<p>Frage StA: Ob er irgendwann Schaum bei Laye Cond\u00e9 gesehen hat.<br \/>\nVolz: nein.<\/p>\n<p>Frage StA, wieso er den Krankenwagen holen wollte aber dann auf Nachfrage auf den Notarzt oK fand.<br \/>\nVolz dazu, er dachte, das sei ein Team, es sei ihm nur auf das Ger\u00e4t angekommen. <\/p>\n<p>Frage StA, er habe gesagt, der O2-Wert habe keine gro\u00dfe Rolle gespielt, in diesem Fall habe es dann gar keinen Wert gegeben. Wieso habe er dann den Krankenwagen gerufen und nicht erst die Temperatur der H\u00e4nde \u00fcberpr\u00fcft. <\/p>\n<p>Volz sagt, der eine Arm sei gefesselt, ein Arm sei frei gewesen. Er habe die Hand an dem freien Arm \u00fcberpr\u00fcft und die sei kalt gewesen. <\/p>\n<p>Der StA, d.h. der Arm war frei bevor der Notarzt kam, trotzdem konnte kein O2-Wert gemessen werden.<\/p>\n<p>Frau Maleika (Nebenklage) mit Fragen zum ausgef\u00fcllten Untersuchungsprotokoll:<br \/>\nDas meiste wird f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit unverst\u00e4ndlich vorne am Tisch der Richterin verhandelt. Es geht darum, wann Volz welche Werte erhoben und ins Protokoll eingetragen hat. Die im Formular vermerkten Werte hat er im Nachhinein eingetragen, die seien im Ger\u00e4t gespeichert gewesen. Die eingefl\u00f6\u00dfte Menge ist offenbar ein Sch\u00e4tzwert. In Bremen gab es anders als in Hamburg mit 10 bis 20ml\/Kilo K\u00f6rpergewicht keine klare Obergrenze f\u00fcr die eingefl\u00f6\u00dfte Fl\u00fcssigkeitsmenge. Der StA fragt daraufhin, wenn der Polizist nun gesagt h\u00e4tte, er habe Cond\u00e9 20 Mal schlucken sehen, ob Volz dann auch unabh\u00e4ngig von der Wassermenge immer weiter gemacht h\u00e4tte. Darauf Volz: Er h\u00e4tte aufgeh\u00f6rt, wenn man gesehen hat, da kommt nix mehr. <\/p>\n<p>Dann wird anhand des Protokolls gefragt, warum er denn am Ende von einer \u201e<em>Nachuntersuchung durch Notarzt<\/em>\u201c geschrieben habe und nicht \u201e<em>Reanimation<\/em>\u201c, wie es ja wohl angebracht gewesen w\u00e4re. Dazu sagt der Verteidiger Joester nur, das Formular passe eben nicht auf den Fall.<\/p>\n<p>Frau Maleika (Nebenklage) fragt:<br \/>\nNachdem er den Krankenwagen gerufen habe, sei er zur\u00fcck in den Raum gegangen und habe eine Verweilkan\u00fcle gelegt und Untersuchungen gemacht. Als die Sanit\u00e4ter und der Notarzt kamen, haben sie sp\u00e4ter ausgesagt, sei Laye Cond\u00e9 auf einem Stuhl gesessen und sei vorne \u00fcbergebeugt gewesen und habe einen flachen (sp\u00e4ter korrigiert zu schweren) Atem und kleine Pupillen gehabt. Die Sanit\u00e4ter h\u00e4tten Laye Cond\u00e9 deshalb hingelegt und ihm O2 eingefl\u00f6\u00dft. Warum habe er das nicht auch festgestellt, bei seinen Untersuchungen.<\/p>\n<p>Es gibt unterschiedliche Meinungen, was die Sanit\u00e4ter gemacht haben. <\/p>\n<p>Nebenklage fragt, wer gesagt habe, jetzt ist die Ma\u00dfnahme zu Ende.<br \/>\nVolz antwortet, sie h\u00e4tten das alle zusammen entschieden, die Beamten h\u00e4tten auch schon mehrere Exkorporationen mitgemacht und w\u00fcssten, dass wenn nur noch Wasser erbrochen wird, ein Fortf\u00fchren keinen Sinn mehr mache. Das Ende sei einvernehmlich gewesen. <\/p>\n<p>Nebenklage fragt, ob er das Ende der Ma\u00dfnahme Herrn Cond\u00e9 mitgeteilt habe.<br \/>\nVolz dazu: Normalerweise bleibe \u201e<em>ein Patient<\/em>\u201c nach so einer Ma\u00dfnahme noch zwei Stunden unter Beobachtung bei der olizei. <\/p>\n<p>Maleika will noch einmal wissen, ob er, Volz, Herrn Cond\u00e9 gesagt habe, jetzt sei die Ma\u00dfnahme beendet. Er solle mal sagen, wie man denn mit einem Menschen umgehe nach so einer Prozedur. <\/p>\n<p>Volz wei\u00df das nicht mehr, er sagt, der Zeitraum zwischen dem Ende der Ma\u00dfnahme und dem Hinweis, dass etwas mit dem Atem nicht stimme, sei nur kurz gewesen, ca. 5 \u2013 8 Minuten (!). Er selbst habe nichts zu ihm gesagt, vielleicht h\u00e4tten Polizisten Laye Cond\u00e9 erkl\u00e4rt, was danach passiere. (Anm. d. P.: Es dr\u00e4ngt sich hier der Eindruck auf, dass Laye Cond\u00e9 einfach ohne Ansprache liegen gelassen wurde bis er ins Koma fiel, w\u00e4hrend die anderen Anwesenden ihre Sachen zusammenpackten und Formulare ausf\u00fcllten).<\/p>\n<p>Die Nebenklage fragt zum Holzspatel. Er habe mit dem Spatel den Brechreiz ausl\u00f6sen wollen. Habe Laye Cond\u00e9 denn danach erbrochen. Volz kann sich nicht mehr erinnern, er geht aber davon aus, weil das die ganz gew\u00f6hnliche Methode sei. <\/p>\n<p>Fragen von Prof. Schneider:<br \/>\nEr fragt, ob Volz die Pupillen w\u00e4hrend der Ma\u00dfnahme kontrolliert habe.<br \/>\nVolz sagt, er habe die Pupillen nicht gut sehen k\u00f6nnen, weil die Augenfarbe dunkel gewesen sei. Aber f\u00fcr ihn seien sie die ganze Zeit normal gewesen, also mit einem Umfang von ca. 4 mm. Sie h\u00e4tten sich nicht ver\u00e4ndert. Er habe viel Erfahrung und habe viele enge Augen gesehen, z.B. von Leuten, die Drogen konsumieren. So w\u00e4ren die Augen von Herrn Cond\u00e9 aber nicht gewesen. <\/p>\n<p>Die Frage, ob er Rasselger\u00e4usche geh\u00f6rt habe, verneint Volz. Er habe die Zahnl\u00fccke dokumentiert, aber keinen ausgefallenen Zahn gesehen. <\/p>\n<p>Er habe die Diskussionen zwischen Sanit\u00e4tern und Notarzt zur Pupillengr\u00f6\u00dfe geh\u00f6rt, aber weil er selber keine Auff\u00e4lligkeit bemerkt habe, h\u00e4tte er sich da nicht eingemischt. Im Anschluss seien sie auch wieder normal gewesen. <\/p>\n<p>Auf die Frage, ob der Zustand von Herrn Cond\u00e9 sich im Verlauf ver\u00e4ndert hat, sagt Volz, niemand habe gesagt, er sei bewusstlos oder so. Alle waren der Meinung, er \u201e<em>markiere<\/em>\u201c, um das Ende der Ma\u00dfnahme zu erreichen. \u201e<em>H\u00e4tten wir bemerkt, dass er bewusstlos ist, h\u00e4tte keiner der Mediziner weiter mitgemacht<\/em>.\u201c <\/p>\n<p>Frage Frau Maleika:<br \/>\nDie Nebenklage will wissen, wieso das Nicht-Anzeigen des O2-Wertes ein Grund sei, den Krankenwagen zu rufen, wenn er gesagt habe, man k\u00f6nne auch ohne Ger\u00e4t weitermachen.<\/p>\n<p>Volz sagt, er habe ein funktionierendes Ger\u00e4t haben wollen. Er habe auch ohne Ger\u00e4t weiter machen k\u00f6nnen, aber er habe auf Nummer Sicherheit gehen wollen. <\/p>\n<p>Frage Staatsanwalt:<br \/>\nZu Beginn des Prozesses habe Volz gesagt, er habe gehofft, dass der Notarzt ihm Gr\u00fcnde liefert, um die Ma\u00dfnahme abbrechen zu k\u00f6nnen bzw. dass dieser die Ma\u00dfnahme abbricht. Im heutigen Prozesstag habe es aber eher so geklungen, als habe er nur einen Krankenwagen gewollt und er habe gar keinen Grund gesehen den Notarzt zu rufen. Das sei doch offenbar ein Widerspruch.<\/p>\n<p>Verteidiger springt ein: das sei schon erl\u00e4utert worden. Volz habe das ganze eigentlich abbrechen wollen, daf\u00fcr aber keinen medizinischen Grund gesehen und er wollte \u201e<em>nicht tricksen<\/em>\u201c. <\/p>\n<p>Volz betont ebenfalls, er habe \u201e<em>ehrlich<\/em>\u201c sein wollen. Es habe kein Grund daf\u00fcr gegeben, den Notarzt zu rufen und es habe keinen Grund daf\u00fcr gegeben abzubrechen. Er habe den Notarzt wegen dem Ger\u00e4t gerufen aber gleichzeitig habe er gehofft, dass sei eine Chance, die Behandlung abbrechen zu k\u00f6nnen. Er sehe darin keinen Widerspruch. Ihm sei ja auch schon gek\u00fcndigt worden, d.h. er habe auch nur noch zwei Tage arbeiten m\u00fcssen und daher keinen Grund gehabt, sich einen guten Ruf bei der Polizei zu machen, in dem er \u201e<em>besonders hartn\u00e4ckig<\/em>\u201c sei.<br \/>\n(Anm. d. P.: Michael Birkholz, Leiter des rechtsmedizinischen Institutes des St.-J\u00fcrgen-Krankenhauses, musste wegen Unstimmigkeiten mit der Polizeif\u00fchrung ohnehin den lukrativen Auftrag der Beweissicherung zum 31. Dezember 2004 abgeben. Nach sechsmonatiger Laufzeit k\u00fcndigt die neue Leiterin der \u00c4rztlichen Beweissicherung, Monika Haenelt, ihren Vertrag mit der Polizei. Gemeinsam mit zehn weiteren \u00c4rzten hatte sie im Januar die Nachfolge von Birkholz angetreten. Nach mehrw\u00f6chiger Suche schlie\u00dft die Polizeif\u00fchrung im Juli 2005 erneut einen Vertrag mit Birkholz ab. Dieser habe \u201e<em>das g\u00fcnstigste von drei Angeboten vorgelegt<\/em>\u201c, so ein Polizeisprecher.)<\/p>\n<p>Die Richterin will wissen, wieso er, als der Notarzt gekommen sei, gesagt habe, es sei alles ok und nur ein Ger\u00e4tefehler, wenn er eigentlich darauf gehofft habe, der Notarzt breche das ab. \u201e<em>Wenn ich im Grunde meines Herzens vom Notarzt ein Alibi will, dann stell ich das doch etwas dramatischer dar, oder?<\/em>\u201c Volz dazu nur, er habe ehrlich bleiben wollen. <\/p>\n<p>Verteidiger Joester unterstreicht, dass \u201e<em>wenn er dramatisiert h\u00e4tte, w\u00e4re das ein Trick gewesen, aber er wollte ehrlich bleiben<\/em>\u201c. <\/p>\n<p>Die Richterin bleibt dabei, dass er dennoch vielleicht fragender oder unsicherer h\u00e4tte auftreten k\u00f6nnen, der Notarzt habe sich aber wie gesagt \u201eausgeladen\u201c gef\u00fchlt. Sie sagt, ketzerisch k\u00f6nne man ja auch sagen, er habe den Notarzt schon deswegen gerufen, weil er gemerkt habe, dass es Laye Cond\u00e9 nicht gut geht oder was nicht stimmt und er uns das jetzt aber heute so nicht sagen will. <\/p>\n<p>Volz sagt, dann h\u00e4tte er dies ausgesagt. Das stimme nicht. Wieso sollte er weitermachen, wenn der Notarzt ihm keine Gr\u00fcnde gegeben habe, abzubrechen. Er wollte sich nichts aus den Fingern saugen. H\u00e4tte er die Folgen gekannt, h\u00e4tte er vielleicht doch versucht zu \u201e<em>tricksen<\/em>\u201c. <\/p>\n<p>Er wird gefragt, wieso er den Notarzt sp\u00e4ter mehrfach gefragt habe, ob er weitermachen k\u00f6nne.<br \/>\nVolz sagt, der Notarzt sei Fachmann gewesen, er wolle sich versichern. Das sei kein Zeichen f\u00fcr seine eigene Verunsicherung \u00fcber den Gesundheitszustand von Laye Cond\u00e9, sondern normal, weil der Notarzt besser qualifiziert gewesen sei.<\/p>\n<p>Die Richterin fragt, ob er aber schon wisse, dass er die \u00e4rztliche Verantwortung gehabt habe.<br \/>\nVolz bejaht. <\/p>\n<p>Verhandlungsdauer:  9.30 Uhr bis ca. 14 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeugenvernehmung eines Gutachters Knapp dreist\u00fcndige Befragung des Angeklagten I. Volz Der Verhandlungstag beginnt mit der Vernehmung des Gutachters Herr Prosiegel aus M\u00fcnchen, Neurologe. 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