{"id":207,"date":"2013-07-01T17:53:23","date_gmt":"2013-07-01T15:53:23","guid":{"rendered":"http:\/\/initiativelayeconde.noblogs.org\/?p=207"},"modified":"2013-07-01T17:54:42","modified_gmt":"2013-07-01T15:54:42","slug":"begleitung-12-prozesstag-26-juni-2013-strafkammer-21-schwurgericht-1-saal-218","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/initiativelayeconde.noblogs.org\/?p=207","title":{"rendered":"Begleitung 13. Prozesstag, 26. Juni 2013, Strafkammer 21, Schwurgericht 1, Saal 218"},"content":{"rendered":"<p>Heute wurde<strong> die beiden Hauptgutachter, Prof. Schneider und Prof. Eyrich geh\u00f6rt<\/strong>, die die ganze Zeit im Prozess sa\u00dfen und sozusagen aus allen Gutachten ihre Version verk\u00fcnden.<\/p>\n<p><strong>Prof. Schneider ist Rechtsmediziner aus Berlin<\/strong>, Er hat 2005 Obduktion im Fall Laye Conde gemacht und offensichtlich auch den im Fall von Achidi John.<!--more--><\/p>\n<p>Prof. Schneider ging zun\u00e4chst alle Organe im Obduktionsbefund einzeln durch:<br \/>\nObduktion nach 10 Tagen Krankenhausaufenthalt, Zeichen der medizinischen Versorgung sichtbar wie zentralen Zugang.<\/p>\n<p>Atemwege: Entz\u00fcndliche Ver\u00e4nderungen in Lunge, Bronchien und Luftr\u00f6hre.<br \/>\nEitriges \u201eMaterial\u201c? in der Luftr\u00f6hre, sei normal nach der ganzen Zeit im Koma.<\/p>\n<p>Hirnbefund: im CT zeigte sich eine Hirnschwellung, Blutungen im Hirnstamm durch den entstandenen Hirndruck durch die Schwellung. Das seien sichere Zeichen eines Hirntods. Ebenso sei sicher, dass der Hirntod schon einige Zeit vor der Obduktion bestanden habe. An der Todesursache Hirntod ist nicht zu zweifeln. Das Hirn habe eine weiche Konsistenz gehabt.<br \/>\nDas \u00d6dem ist eine Antwort auf die Sch\u00e4digung, es schwillt an. <\/p>\n<p>Es wurde ein gr\u00fcnfarbenes K\u00fcgelchen im Magen gefunden, dass wurde schon an anderer Stelle verlesen.<\/p>\n<p>Herz: Eine geringe Vergr\u00f6\u00dferung des Herzens mit Gewicht von 375g, Herzmuskel hatte eine auff\u00e4llig feste Konsistenz, die nicht typisch ist f\u00fcr Menschen im Alter von Laye Conde. Der linke Ventrikel war erweitert auf 15mm und muskelkr\u00e4ftiger als zu erwarten. Die rechte Herzkammer erweitert auf 10mm. Von Prof Meyer habe man an anderen Tagen schon geh\u00f6rt, dass das rechte Herz deutlich erweitert gewesen sei, lipomat\u00f6se Transformationen aufwies und Bindegewebsvermehrung im Herzmuskel zu finden waren. Die feste Konsistenz bei Obduktion passe zum Ergebnis von Prof. Meyer.<\/p>\n<p>Leber: Die Leber habe krankhafte Ver\u00e4nderungen aufgewiesen. Sie sei vergr\u00f6\u00dfert gewesen und habe einen &#8218;bindegewebigen&#8216; im Sinne eines zhirrotischen Umbaus gezeigt. \u00c4u\u00dfere Noxen k\u00f6nnen zu sowas f\u00fchren, Bakterien und anderes, dass sei alles Spekulation. Es g\u00e4be einen Hinweis auf eine Hepatitis B Infektion, die sowas machen kann. Das sei aber nur ein Hinweis und insofern nur Spekulation. <\/p>\n<p>Bei solchen Obduktionen wird immer auch auf Hinweise auf \u00e4u\u00dfere Gewalteinwirkung untersucht. Eindr\u00fccke st\u00e4rkerer Gewalteinwirkungen sind durchaus nach 10 Tagen noch zu finden. Es gab keine Hinweise auf Fesselungen, Strangulation. Keine H\u00e4matome, Blutungen im Zwischengewebe, die auf eine gr\u00f6\u00dfere Gewalteinwirkung hinweisen. Bei \u201eDunkelh\u00e4utigen\u201c m\u00fcsse man immer die Haut entfernen und nach Blutungen im Zwischengewebe schauen, weil wegen der Hautfarbe die H\u00e4matome so schlecht zu erkennen seien.<br \/>\nBlutunterlaufungen am Ellenbogen und linken Handgelenk, vermutlich medizinische Punktionen.<\/p>\n<p>In der Schleimhaut der Speiser\u00f6hre zeigten sich kleine Blutungen. Sie seien aber nicht gro\u00df genug um auf eine Strangulation hinzuweisen, denn der Kehlkopf sei unverletzt.<\/p>\n<p>Die inneren Halsorgane wiesen keine Missbildungen auf, die erkl\u00e4ren k\u00f6nnten, dass die Intubation so schwierig war. <\/p>\n<p>Es werden in solchen F\u00e4llen immer zus\u00e4tzliche Begutachter aus der Inneren Medizin, An\u00e4sthesie und Herzpathologie dazugeholt f\u00fcr Fragestellungen, die die Rechtsmedizin nicht beantworten kann. \u201eSo haben wir das damals in Hamburg auch gemacht\u201c.<\/p>\n<p>Im Mundvorhof kleine Einblutung ohne Relevanz.<\/p>\n<p>Kleine L\u00e4sionen, 6 an der Zahl, kleine Einblutungen am Eingang der Speiser\u00f6hre, die relativ frisch erschienen.<br \/>\nKeine Hinweise auf Fehlintubation bei der Speiser\u00f6hre.<br \/>\nKein Hinweis darauf, dass saurer Mageninhalt in die Lunge oder Luftr\u00f6hre gekommen ist. <\/p>\n<p>Ausgiebige Betrachtung der Bilder mit Erl\u00e4uterung durch Prof. Schneider durch alle Anwesenden:<br \/>\nCT Sch\u00e4delbasis: Sinusvenenthrombose sichtbar. <\/p>\n<p>Lunge: es fehlt der re. Mittellappen, das macht keine Probleme.<br \/>\nKleine Blutaustritte im Magen kommen durch den physischen Schock. <\/p>\n<p>Sichtbar ist der ZVK \u00fcber rechtem Schl\u00fcsselbein, der aber vor der Obduktion entfernt worden ist.<br \/>\nLinker oberer Schneidezahn fehlt. <\/p>\n<p>Die Richterin fragt nach \u00e4lteren Einblutungen am Handr\u00fccken. Herr Schneider f\u00fchrt dies auf den Zugang am Handr\u00fccken zur\u00fcck (??)<\/p>\n<p>Herr Schneider weist auf seine Publikation schon 1979 zu Todesf\u00e4llen nach \u00d6ffnen von Drogencontainern im Magen hin, um auf die Gefahren des Verschluckens von Drogencontainern aufmerksam zu machen. Es bestehe h\u00f6chste Lebensgefahr wenn sich die Container \u00f6ffnen, jedenfalls wenn sie Heroin enthalten. Herr Eyrich weist darauf hin, dass es heutzutage daf\u00fcr ein Antidot gebe. <\/p>\n<p>Nach seiner Meinung br\u00e4chten viele Gutachter oft nicht mehr Klarheit. Die entscheidende Frage ist ja, warum es zu dem hypoxischen Hinrschaden gekommen ist. Es seien verschiedene Theorien diskutiert worden. Er w\u00fcrde diese gerne auflisten.<\/p>\n<p>Ertrinken, besser gesagt ertr\u00e4nken. \u201eIch wei\u00df aus anderen Verfahren, wenn ein Wort erst einmal genannt ist, dann ist es schwer dieses Wort wieder heraus zu bekommen.\u201c<br \/>\n\u201eEs ist so, dass die die Gefahr einer Aspiration bei einer Magensonde immer gegeben ist. Mit allen Konsequenzen.\u201c Ein wichtiges Gegenargument ist, das von niemandem der Zeugen ein starkes Husten berichtet worden ist. Dieser Reizreflex, der zu einem exzessiven Husten f\u00fchren d\u00fcrfte, ist ein robuster Reflex, der kaum erlahmt. \u201eWir kennen das alle, wenn man eine Gr\u00e4te im Hals hat.\u201c<br \/>\nDas Fehlen eines Hustenreflexes w\u00fcrde an eine schwere Nervenkrankheit denken lassen. Auf eine solche haben wir keinen Hinweis.<br \/>\nBei einem bewu\u00dftseinsklaren Menschen k\u00e4me es zu einem exzessiven Husten, wenn die Bronchialschleimhaut erodiert wird. \u201eEine Aspiration ist f\u00fcr mich ganz unwahrscheinlich.\u201c Zum einen wegen des Fehlens des robusten Hustens, zum zweiten wegen dem Fehlen von L\u00e4sionen\/von Sch\u00e4digungen im Bereich der Luftr\u00f6hre\/Bronchien.<\/p>\n<p>Durch den vagalen Reiz (mechanische Reizung) kann es zur Bradykardie gekommen sein, damit zur verminderten Sauerstoffaufnahme in der Lunge, damit zur Hypoxie und dann zum Hirntod. Das k\u00f6nne auch den geringen Sauerstoffgehalt begr\u00fcndet haben, der zwischenzeitlich gemessen worden sei. <\/p>\n<p>\u201eIch komme noch zur\u00fcck auf diesen angeblichen Ertrinkungsvorgang&#8230;\u201c<br \/>\nEs brauche gr\u00f6\u00dfere Mengen Wasser, damit die Lunge gesch\u00e4digt wird. \u201eMit ein wenig Wasser in der Lunge ist nicht getan\u201c. Das kennen wir von den Kindern, die sich im Schwimmbad verschlucken und denen das auch nichts tut. \u201eEin bischen Wasser in der Lunge, dass zu so schwerer Erkrankung f\u00fchren soll&#8230; damit kann ich mich nicht anfreunden.\u201c<\/p>\n<p>Interessant sei ein weiteres Ph\u00e4nomen, der sog. autonome Konflikt. zwischen Parasympathikus und Sympathikus, der zur Bradykardie f\u00fchren k\u00f6nne. Er bezieht sich auf eine Studie von 2012, die zuvor zitiert worden ist, \u201eaus einer renommierten Zeitschrift\u201c. Es k\u00f6nne sein, dass der ein oder andere Todesfall im R\u00fcckblick damit zu erkl\u00e4ren sei. Zum Beispiel bei Sportlern, die vorher untersucht worden seien und dann beim Marathonlauf zusammenbrechen w\u00fcrden. <\/p>\n<p>Durch den gewaltsamen Vorgang der Drogenentfernung sei vorstellbar, dass eine Valsalva ausgel\u00f6st worden sei (das sei ja schon mehrfach erkl\u00e4rt worden: Anspannung von Atem- und Bauchmuskulatur ohne Ausatmung, dadurch werde der Druck im Thorax erh\u00f6ht und es komme zum geringeren Zustrom ins rechte Herz und zun\u00e4chst zur Erh\u00f6hung des Vagotonus mit Bradykardie).  und dadurch zu einem Konkflikt zwischen Parasympathikus und Sympathikus. Das solle man im vorliegenden Fall mitdiskutieren. Durch das Filtern und Zur\u00fcckhalten der Container k\u00f6nne es zu Druckverh\u00e4ltnissen gekommen sein, die einen autonomen Konflikt ausgel\u00f6st h\u00e4tten. <\/p>\n<p>Ein anderes Ph\u00e4nomen sei der sog. Psychogene Tod: Psychischer oder k\u00f6rperlicher Stress sei eine Belastung, die zu Herzrhytmusst\u00f6rungen f\u00fchren k\u00f6nnten. Psychiater h\u00e4tten herausgefunden, dass es zu einem sog. psychogenen Tod kommen k\u00f6nne, wenn jemand sich in einer v\u00f6llig ausweglosen Situation befinde. Das sei auch bei Menschen in anderen Kulturen verbreitet, insbesondere in Afrika sei der psychogene Tod bekannt.<br \/>\nDen psychogenen Tod h\u00e4tten Wissenschaftler auch in einem Experiment mit Wildratten festgestellt, bei dem Wildratten in ein Beh\u00e4lter aus Wasser gesetzt wurden und sie schwimmen sollten. Das habe bei den Wildratten soviel Stress ausgel\u00f6st, dass es zu psychogenen Todesf\u00e4llen gekommen sei.<\/p>\n<p>Zusammen mit dem autonomen Konflikt sei der psychogene Tod durchaus im vorliegenden Fall erkl\u00e4rungsrelevant. <\/p>\n<p>Zur Pupillenverengung:<br \/>\nDie Pupillenverengung sei bei Laye Conde beobachtet worden, wie mehrere Zeugen ausgesagt h\u00e4tten. Pupillenverengung sei normalerweise ein Zeichen einer klassischen Heroinvergiftung. Es k\u00f6nne aber auch durch Reizung des 10. Hirnnerven sowie starker Lichteinwirkung zu einer Miose kommen. K\u00f6nnte im Zusammenhang mit der Bradykardie entstanden sein.<br \/>\nDie Miosis als Warnzeichen f\u00fcr eine angehende Hirnsch\u00e4digung und Sauerstoffmangel des Hirns, wie das der Kollege erz\u00e4hlt habe, sei aus seiner Sicht unhaltbar. <\/p>\n<p>Zum Schaum vor dem Mund: Schaumbildung sei ein typisches Zeichen f\u00fcr den Ertrinkungstod. Aus den Zeugenaussagen gebe es daf\u00fcr keine Hinweise. Es handele sich eher um Schaum infolge des Filterns.<\/p>\n<p>Zum Holzspatel:<br \/>\nHolzspatel w\u00fcrden in der Medizin immer wieder angewandt z.B. auch bei Kindern zum Untersuchen des Rachenraumes. Auch die Verwendung des Holzspatels oder Pinzette zum Ausl\u00f6sen des Brechreizes stellt keine Belastung dar.<\/p>\n<p>Es wird berichtet, dass die Mundh\u00f6hle und Rachen voll Wasser gestanden h\u00e4tten. Unter solchen Umst\u00e4nden komme es bei Herz-Druckmassage unweigerlich zum Eintritt von Wasser in die Lunge. Es gebe Beispiele, wo bei Kindern in der Obduktion, Milch in der Luftr\u00f6hre gefunden worden sei. Hinterher sei klar geworden, dass in diesen F\u00e4llen exzessiv reanimiert wurde und es dadurch zu Verlagerung der Milch in die Luftr\u00f6hre gekommen sei. So etwas k\u00f6nne sicher hier auch passiert sein. \u201eDie Wassereinlagerung in der Lunge kann zumindest zum Teil durch die Reanimation entstanden sein.\u201c<\/p>\n<p>Zudem sei wertvolle Zeit verloren, weil die Ger\u00e4te im Raum nicht funktioniert h\u00e4tten oder erst geholt werden mussten. Z.B. habe nicht rechtzeitig Wasser abgepumpt werden k\u00f6nnen. Dadurch sei zu viel Zeit vergangen, so dass der Hirntod nicht verhindert werden konnte. <\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend k\u00f6nne er sagen, Aspiration bei bewusstseinsklarem Menschen ohne Husten ist nicht schl\u00fcssig. Es gebe keine hinreichenden Anhaltspunkte f\u00fcr einen Ertrinkungstod. Vagales Geschehen habe eine gro\u00dfe Rolle gespielt, Bradykardie als Folge. <\/p>\n<p>\u201eEs handelt sich um ein multifaktorielles Geschehen, wo viele Dinge ungl\u00fccklicherweise zusammengekommen sind.\u201c \u201eSicher multifaktoriell\u201c<br \/>\n\u201eEs war nicht allein der Herzbefund, dass kann man deutlich sagen.\u201c<br \/>\n\u201eDieses Reflexgeschehen scheint bedeutsam gewesen zu sein.\u201c<br \/>\n\u201eEin Aspirationsgeschehen ist mir nicht plausibel, ich will es nicht ausschlie\u00dfen\u201c<\/p>\n<p>Frage der Richterin: Wenn nach der 1. Phase abgebrochen worden w\u00e4re, w\u00fcrden wir heute hier nicht sitzen?<br \/>\n\u201eEr (Herr Volz) hat ihn (Herrn Conde) sorgf\u00e4ltig untersucht, er hat nicht festgestellt, dass es ihm schlecht geht.\u201c Alle Zeugen h\u00e4tten das best\u00e4tigt, Laye Conde sei es augenscheinlich nicht schlecht gegangen. <\/p>\n<p>\u201eDer Muskeltonus war nicht aufgehoben bis zum Schluss, wenn das stimmt was wir geh\u00f6rt haben.\u201c <\/p>\n<p>Frage: Wenn Laye Conde bis zum Ende gefiltert habe, hie\u00dfe das, dass der Muskeltonus nicht aufgehoben gewesen sei bis zum Schluss. Hie\u00dfe das, dass er bis zum Schluss bei Bewusstsein gewesen sein m\u00fcsse? <\/p>\n<p>Das sei nicht klar feststellbar. Das seien ja auch \u00dcberg\u00e4nge von bewusst zu unbewusst, aber da er aufrecht dagesessen und der Kopf nicht zur Seite gehangen habe, er zudem bis zum Ende gefiltert habe, sei es wahrscheinlich, dass Laye Conde bei Bewusstsein gewesen sei. <\/p>\n<p>Frage von der Staatsanwaltschaft:<br \/>\nWenn man davon ausgeht, dass die Handlung mit dem Spatel\/Pinzette eine K\u00f6rperverletzung darstelle. K\u00f6nne man sagen, dass diese Handlung irgendwie mit zum Tode gef\u00fchrt habe (todesurs\u00e4chlich gewesen sei)?<\/p>\n<p>Anwort: Ob das juristisch eine K\u00f6rperverletzung darstelle, k\u00f6nne er nicht sagen. Aber der Spatel sei ja in der ersten Phase eingesetzt worden und danach habe sich der Zustand von Laye Conde ja wieder stabilisiert. Deshalb k\u00f6nne die Spatelhandlung nicht direkt als Todesursache gewertet werden.<\/p>\n<p>Staatsanwaltschaft: Vor dem Hintergrund eines multifaktoriellen Geschehens m\u00fcsse geforscht werden, was urs\u00e4chlich gewesen sei. Wenn es da keine Antwort darauf gebe (keine schwarz-wei\u00df Sicht), dann sei das auch ein Ergebnis. <\/p>\n<p>Frage von der Staatsanwaltschaft nach schleichender\/stiller Aspiration:<br \/>\nAntwort von Herrn Schneider: Gebe es nur in Narkose, wenn der Hustenreiz durch die Narkotika unterdr\u00fcckt w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Frage von Nebenklage: Stimmt es, dass der Kiefermuskel einer der kr\u00e4ftigsten Muskel des K\u00f6rpers sei und gar nicht so leicht aufzukriegen?<br \/>\nAntwort von Herrn Schneider: Das stimme, das sei nicht so einfach.<\/p>\n<p>Frage von Verteidigung: Wie halten Sie von dem Einwand, dass es beim Herztod eigentlich zur Verengung der Gef\u00e4\u00dfe h\u00e4tte kommen m\u00fcssen. Bei Herzversagen infolge eines autonomen Konfliktes, w\u00e4re dann auch eine Gef\u00e4\u00dfverengung entstanden?<\/p>\n<p>Antwort: Die Gef\u00e4\u00dfreaktion sei ver\u00e4nderlich und k\u00f6nne nach wenigen Stunden schon wieder anders aussehen. Akuter Stau k\u00f6nne nach vier Stunden nicht mehr nachgewiesen werden. Deshalb sei das Nichtfeststellen von Gef\u00e4\u00dfverengungen kein Nachweis, dass es keinen Stau oder Verengungen gegeben habe.<\/p>\n<p><strong>Prof. Eyric<\/strong>h<\/p>\n<p>Stellt fest:<br \/>\n\u201eHerr Volz war f\u00fcr diese T\u00e4tigkeit nicht ausgebildet\u201c. Er habe mehrere Fortbildungen besucht, was sein \u201eInteresse\u201c und seinen \u201eFlei\u00df\u201c zeige. Aber er sei Rechtsmediziner und kein klinischer Mediziner. Anderswo w\u00e4re ein Arzt ohne Ausbildung nicht f\u00fcr solche Aufgaben eingestellt worden. <\/p>\n<p>Beschreibt als dann den Tathergang, ohne Konditional, als Tatsachenbericht: dass Laye Conde nicht kooperativ gewesen sei, dass es eine laute Ger\u00e4uschkulisse aus R\u00fclpsen, Schlucken etc. gegeben habe, sich aber keine an Husten erinnern k\u00f6nne.<br \/>\nLaye Conde habe gefiltert, wie das bei Drogendealern \u00fcblich sei. Die Zeugenaussagen seien sehr widerspr\u00fcchlich gewesen, was den Zustand von Herrn Conde betreffe. Es sei gesagt worden, dass er nicht ansprechbar gewesen sei, dass er nicht beeintr\u00e4chtigt gewesen sei und dass er markiert habe. Nach der Pause sei er jedoch stabil gewesen, der Sauerstoffwert sei gut gewesen. <\/p>\n<p>Herr Conde sei unter st\u00e4ndiger \u00e4rztlicher Aufsicht gewesen. Herr V. Sei die ganze Zeit im Raum gewesen. Als Herr V. Unsicher gewesen sei, habe er den Notarzt gerufen. Dieser habe nicht eingegriffen, da es sich um eine \u201estaatliche Ma\u00dfnahme\u201c gehandelt habe. Das sei falsch gewesen, er h\u00e4tte eingreifen m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Kritik an BGH wegen Einsch\u00e4tzung, dass Kan\u00fcle legen therapeutische Ma\u00dfnahme sei (unklar wieso das wichtig ist). <\/p>\n<p>Als Herr Eyrich den BGH kritisiert, weil dieses das Vorliegen eines Zugangs mit Infusion als therapeutische Ma\u00dfnahme benannt hat, welches Herr Eyrich durch Art und Weise deutlich f\u00fcr Unfug h\u00e4lt, lacht der Verteidiger Joster und h\u00e4lt den Daumen hoch und zu ihm hin. Er wird nicht ermahnt vom Gericht. <\/p>\n<p>In sitzender Position sei es zu dreimaligem Erbrechen gekommen, davon einmal im Schwall. Dabei seien 2-3 K\u00fcgelchen herausgekommen. Anschlie\u00dfend W\u00fcrgereizausl\u00f6sung mit dem Holzspatel, die zu keinem Erfolg gef\u00fchrt habe. Herr V. Sei umsichtig gewesen und habe alles gemacht, was er machen musste. <\/p>\n<p>Es sei unklar mit wieviel Wasser gesp\u00fclt wurde.<br \/>\n\u201eUm 2. 30 Uhr wollte der Notarzt gehen. Da sagte der Polizist, der hinter Herr Conde stand, dass Herr Conde pl\u00f6tzlich wie leblos war und keine Atmung mehr hatte\u201c. Er sei daraufhin sofort hingelegt worden sein. Dabei sei massiv Wasser aus seinem Mund und Nase geflossen. Die vorhandene Pumpe habe nicht ausgereicht. \u201eEs floss weiterhin Wasser aus Mund und Nase bis die Pumpe aus dem Auto geholt war.\u201c \u201eImmer neues Wasser verhinderte die Intubation.\u201c Technische Schwierigkeiten h\u00e4tten die Reanimation verhindert. Erst als es gelungen sei, Sicht zu bekommen sei die Intubation gelungen. Das Herz sei im Rahmen der Wiederbelebungsma\u00dfnahmen anstandslos wieder angesprungen.<br \/>\nDie Reanimationsphase habe jedoch zu lange gedauert. Der Notarzt habe ja gesagt: Wir haben ihn mit dem Wasser umgebracht. Daraus sei ein hypoxischer Hirnschaden entstanden. <\/p>\n<p>Pathophysiologischer Zusammenhang: <\/p>\n<p>Herr Conde habe offensichtlich w\u00e4hrend der Exkorporation kontinuierlich in kleinen Mengen aspiriert. Durch das Filtern, um das Wasser und damit die Drogercontainer nicht zu erbrechen, sei das Wasser in die Luftr\u00f6hre geflossen und dadurch sei es zur Aspiration gekommen. Durch das Filtern sei es zudem zu einem zunehmenden, thorakalen Druck gekommen. Es sei vermutlich zu einem Zwerchfellhochstand mit kontinuerlicher Aspiration und Sch\u00e4digung der Alveolen gekommen, wie auf den vorliegenden R\u00f6ntgenaufnahmen sichtbar gewesen sei. <\/p>\n<p>Klinisch ist eine solche Aspiration nicht sichtbar. Selbst erfahrene Not\u00e4rzte h\u00e4tten das in der Vergangenheit in F\u00e4llen nicht mitbekommen. Den Anwesenden seien diese Vorg\u00e4nge nicht bekannt gewesen und sie h\u00e4tten sie zudem auch nicht wahrnehmen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Der zunehmende Druck durch das Filtern habe den reflektorischen Herzstillstand ausgel\u00f6st und zur pulmonalen Respiration gef\u00fchrt. Kleine Fl\u00fcssigkeitsmengen erzeugten \u00d6dem, so dass die Lungenfunktion beeinflusst worden w\u00e4re. Das sei aber klinisch nicht sichtbar. Zur Beseitigung und Regeneration brauche es zwei Stunden, die habe es aber nicht gegeben. <\/p>\n<p>Er wolle aber betonen, dass es f\u00fcr die Anwesenden nicht sichtbar gewesen sein k\u00f6nne, dass die pulmonale Funktion durch das Verhalten von Laye Conde au\u00dfer Kraft gesetzt worden w\u00e4re. <\/p>\n<p>Die Analyse der Schicksalsstunden von Herrn Conde habe folgende Punkte ergeben, die er jetzt lese und die einige vielleicht provozieren w\u00fcrden: <\/p>\n<p>1) bei der Auswahl des geeigneten Arztes habe die notwendige Sorgfalt gefehlt. Es sei ein Rechtsmediziner und kein klinischer Mediziner ausgew\u00e4hlt worden.<br \/>\n2) Die Polizei habe bei der Kontrolle Herr Conde die Zeit gelassen die Drogen zu schlucken. Durch das Schlucken der Drogen habe Herr Conde selber die Durchf\u00fchrung der Exkorporation verursacht.<br \/>\n3) Durch das Filtern habe Herr Conde selbst zur Aspiration beigetragen.<br \/>\n4) Die Gef\u00e4hrlichkeit des Verlaufs der Ma\u00dfnahme konnte von Herr V. nicht erkannt werden.<br \/>\n5) Der Notarzt verweigerte die zu erwartende Hilfeleistung<br \/>\n6) Herr Volz f\u00fchlte sich verpflichtet die Exkorporation bis zum Ende durchzuf\u00fchren, weil kein Vorgesetzter oder h\u00f6here Stelle zu der Uhrzeit mehr zu erreichen war.<br \/>\n7) Es kam zur Bradykardie mit folgendem Herzstillstand. Die notwendigen Ger\u00e4te waren unzureichend oder defekt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute wurde die beiden Hauptgutachter, Prof. Schneider und Prof. Eyrich geh\u00f6rt, die die ganze Zeit im Prozess sa\u00dfen und sozusagen aus allen Gutachten ihre Version verk\u00fcnden. 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