{"id":72,"date":"2013-04-23T00:41:34","date_gmt":"2013-04-22T22:41:34","guid":{"rendered":"http:\/\/initiativelayeconde.noblogs.org\/?p=72"},"modified":"2013-04-24T11:50:02","modified_gmt":"2013-04-24T09:50:02","slug":"begleitung-2-prozesstag-11-april-2013-landgericht-bremen-strafkammer-21-schwurgericht-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/initiativelayeconde.noblogs.org\/?p=72","title":{"rendered":"Begleitung 2. Prozesstag 11. April 2013 Landgericht Bremen, Strafkammer 21, Schwurgericht 1"},"content":{"rendered":"<p>An diesem Prozesstag findet ausschlie\u00dflich <\/strong><strong>die Zeugenvernehmung des zweiten an der T\u00f6tung von Laye-Alama Cond\u00e9 beteiligten Polizeibeamten<\/strong> Volker Krieg statt. <\/p>\n<p>Zun\u00e4chst fasst dieser aus seiner Sicht die Ereignisse des 27.12.2004 zusammen.<br \/>\nKrieg war in Zivil am Sielwalleck unterwegs. Mit seinem Kollegen h\u00e4tten sie Laye Cond\u00e9 von zwei Seiten gestellt, er habe Schluckbewegungen gemacht und sich seinen losen Schneidezahn aus dem Mund geholt und in der Hand gehalten (dieser Schneidezahn wird in den weiteren Erz\u00e4hlungen noch h\u00e4ufiger auftauchen). Cond\u00e9 habe sich vehement gegen die Vorw\u00fcrfe gewehrt, er sei ein Drogendealer, sie h\u00e4tten ihn festgenommen und zur Polizei in die Neue Vahr gebracht.<!--more--> Krieg sagt, dass eine Verst\u00e4ndigung auf deutsch und englisch durchaus m\u00f6glich war.<\/p>\n<p>Dabei \u00e4u\u00dfert sich Krieg zur Brechmittelpraxis: \u201eSchwarzafrikaner, die mit Drogen zu tun hatten, kannten Brechmittelvergabe, die Ma\u00dfnahme war bekannt und hatte keine wirkliche Abschreckung\u201c.<\/p>\n<p>Krieg selbst war bei 12-20 Exkorporationen (Brechmitteleins\u00e4tzen) dabei, jedoch nur bei Laye Cond\u00e9 mittels einer Sonde, alle waren waren \u201efreiwillig\u201c (!), (zum Begriff der \u201eFreiwilligkeit\u201c siehe den Bericht vom 1. Prozesstag). Sie waren bei der Verhaftung in Eile da die \u201eganze Prozedur\u201c nur f\u00fcr kurze Zeit m\u00f6glich ist (maximal 2 Stunden).<br \/>\nIn der Vahr habe dann die Untersuchung durch Volz begonnen, Laye Alama Cond\u00e9 sei da an einen Stuhl gefesselt worden (H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe) und zwar laut Aussage von Krieg \u201ezu seiner eigenen Sicherheit damit er sich nicht verletzt\u201c. Ihm wird der Sirup gezeigt, Laye Alama Cond\u00e9 m\u00f6chte jedoch nicht trinken. Dann habe er mehrfach so getan, als ob, sich, aber letztlich geweigert. Dazu Krieg: \u201eDas Spielchen lief dann eine Weile\u201c, ihm wird mit der Magensonde gedroht und ihm wird klargemacht, dass diese \u201esehr viel unangenehmer sei.\u201c Am Ende sei dann die Nasensonde eingef\u00fchrt und dann Wasser mittels einer Spritze zugef\u00fchrt worden. EineKugel sei hervorgekommen. Lay\u00e9 Alama Conde habe die ganze Zeit den Mund geschossen gehalten, \u201eVermutlich ist die Kugel durch seine Zahnl\u00fccke hervorgekommen\u201c. Krieg: \u201eSo ging das eine Weile, bis irgendein Wert nicht mehr feststellbar war\u201c Daraufhin habe der Angeklagte Volz den Raum verlassen und den Notarzt verst\u00e4ndigt. Dazu Krieg: \u201eCond\u00e9 war relativ lethargisch\u201c, er habe sich aber gef\u00fcgt und sein<br \/>\nVerhalten war normal, dies k\u00f6nne er aus der Erfahrung von seinen anderen Brechmitteleins\u00e4tzen sagen.<br \/>\nKrieg nennt Laye Alama Cond\u00e9 die meiste Zeit nicht beim Namen, sondern spricht vom \u201cProbanden\u201c. Die Schilderung von Krieg geht so weiter, dass dann die Sanis und der Notarzt kamen und diese Laye Cond\u00e9 untersuchten. Diese h\u00e4tten dann auch verf\u00fcgt, dass der Einsatz fortgef\u00fchrt werden k\u00f6nne. Auf Bitten von Volz sei der Notarzt dann geblieben, wenn auch sehr unwillig (der Notarzt war offensichtlich gegen Brechmittelvergabe und machte dies auch deutlich).Cond\u00e9 sei danach weiterhin \u201elethargisch\u201c gewesen und es kamen beim fortgesetzten Einsatz laut Krieg weitere 2-3 Kugeln zum Vorschein. Krieg: \u201ePl\u00f6tzlich stand der Notarzt auf und sagte, dass es jetzt reichen w\u00fcrde\u201c. Erst dann sei sich auf einmal um \u201eihn\u201c (Laye Cond\u00e9) gek\u00fcmmert worden. Pl\u00f6tzlich wurde er reanimiert, vorher war nichts erkennbar.\u201c<\/p>\n<p>Die Worte PL\u00d6TZLICH und LETHARGISCH fallen in den Erz\u00e4hlungen und den Antworten von Krieg sehr h\u00e4ufig. Auf Nachfrage sagt er dann noch, dass es etwas Schaumbildung gegeben habe, und vermerkt dazu \u201ees h\u00e4tte auch sein k\u00f6nnen, dass das bei einer Magensonde normal ist, wie bei einem Bach der sch\u00e4umt\u201c<\/p>\n<p><strong>Nachfragen durch die Richterin<\/strong>:<\/p>\n<p>Wo blieb der lose Zahn?<br \/>\nWurde der Verhaftete belehrt? Krieg: \u201eNein, da ich nicht gut englisch spreche\u201c<br \/>\nGab es fr\u00fchere Exkorporationen auch zusammen mit Volz? Ja, Volz h\u00e4tte immer sehr sicher agiert, \u201eman f\u00fchlte sich gut aufgehoben\u201c.<br \/>\nKrieg war nach Selbstaussage f\u00fcr die Beweissicherung mittels Brechmittel ausgebildet und habe unter anderem auch Fortbildungen durch den inzwischen verstorbenen Polizeiarzt Mendse (Name?) erhalten. Brechmitteleinsatz seien damals die einzige M\u00f6glichkeit gewesen, Beweise sicher zu stellen, die Gesundheitsgef\u00e4hrdung sei nicht bekannt gewesen. Von einer Voruntersuchung durch Volz habe Krieg nichts mitbekommen.<br \/>\nWo war das Ger\u00e4t um den Mund ge\u00f6ffnet zu halten, sodass es nicht zum Filtern (Erbrochenes wieder herunterschlucken) kommt? Antwort: Ger\u00e4t kam bei Laye Cond\u00e9 nicht zum Einsatz, Warum?<br \/>\nIn der weiteren Befragung wird von Krieg h\u00e4ufig die Antwort gegeben, dass er sich nicht mehr erinnern k\u00f6nne.<br \/>\nWeitere Fragen waren zum Beispiel: Wer stand wo? War Cond\u00e9 noch gefesselt? Was waren das f\u00fcr Ger\u00e4te? Wo war er angeschlossen? Wurde versucht mit Cond\u00e9 zu reden? Gab es Gespr\u00e4che zur Wassermenge? Gab es Gespr\u00e4che zum Gesundheitszustand von Cond\u00e9? Hat Cond\u00e9 Ger\u00e4usche gemacht? Wurde \u00fcber den Schaum kommuniziert? Wurde \u00fcber den lethargischen Zustand gesprochen? Was wurde mit Volz gesprochen?<br \/>\nZur Nachfrage zum Ausfallen des Ger\u00e4ts sagt Krieg: \u201eVolz hat das Ger\u00e4t \u00fcberpr\u00fcft, dann ist er losgerannt und hat telefonisch Unterst\u00fctzung angefordert\u201c. Krieg beruft sich darauf dass er nichts Auff\u00e4lliges bemerkt habe. Der Notarzt habe das O.K. f\u00fcr die Weiterf\u00fchrung der Ma\u00dfnahme gegeben und somit habe sich Volz r\u00fcckversichert. Der Notarzt habe sich an den Tisch gesetzt und so nicht gesehen, wie die Ma\u00dfnahme weiter verlaufen sei. (er habe am Tisch etwas anderes gemacht). \u201ePl\u00f6tzlich war Cond\u00e9 nicht mehr bei Bewusstsein &#8230;und er wurde reanimiert&#8230; wie im Film\u201c. Volz sei sehr aufgeregt gewesen nach dem Abtransport ins Krankenhaus und habe sich die Werte vom nicht funktionsf\u00e4higen Ger\u00e4t abgeschrieben.<\/p>\n<p><strong>Befragung durch Staatsanwaltschaft:<\/strong><\/p>\n<p>Gab es da ein oder mehr Ger\u00e4te? Wo waren die angebracht? War der Oberk\u00f6rper frei?<br \/>\nKrieg kann sich nicht erinnern ob an den Arm ein Zugang gelegt wurde ob ein EKG angebracht war ob der Oberk\u00f6rper frei war.<\/p>\n<p><strong>Befragung durch Nebenklage Maleika:<\/strong><\/p>\n<p>Hat sich Volz w\u00e4hrend der Exkorporation Notizen gemacht und gab es eine Kontaktaufnahme von Volz mit Cond\u00e9? Krieg kann sich nicht erinnern.<br \/>\nGab es Probleme beim Legen der Sonde? Dazu sagt Krieg, der Schlauch sei mehrfach herausgerutscht und h\u00e4tte wieder neu gelegt werden m\u00fcssen.\u201eCond\u00e9 lie\u00df sich nicht ansprechen, das war dann f\u00fcr uns auch egal\u201c.<\/p>\n<p><strong>Befragung durch Prof. Schneider:<\/strong><\/p>\n<p>Wer hat die Fesseln abgenommen, waren die H\u00e4nde kalt, hat Volz die Sonde kontrolliert? Krieg kann sich nicht erinnern.<br \/>\nIst Wasser aus dem Mund gelaufen? Krieg h\u00e4lt das f\u00fcr m\u00f6glich.<br \/>\nAuf eine Nachfrage von Prof. Eyrich:<br \/>\nKrieg: Am Anfang wehrte er sich noch, dann nicht mehr. In der 2. Phase lief das Wasser nur noch durch den Mund.<\/p>\n<p><strong>Befragung durch Verteidiger Joester:<\/strong><\/p>\n<p>Musste der Kiefer gewaltsam ge\u00f6ffnet werden? Hat die Aufmerksamkeit von Krieg nachgelassen? Wer sa\u00df wo in Phase 2?<br \/>\nJoester spricht von Wahrnehmungsfehlern und davon dass es Aussagen g\u00e4be, dass der Notarzt bereits im Gehen war, dass die Sanit\u00e4ter ihre Sachen bereits eingepackt h\u00e4tten, dass der Notarzt unmotiviert um Cond\u00e9 herum geschl\u00fcrft sei.<br \/>\nDie Widerspr\u00fcche in den Aussagen von Famulla und Krieg zum Notarzt k\u00f6nnen nicht gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Verhandlungsdauer: 13 &#8211; 17 Uhr<\/p>\n<p>Gericht:<br \/>\nSch\u00f6ff_innen:<br \/>\nStaatsanw\u00e4lte:<br \/>\nSachverst\u00e4ndige:<br \/>\nVerteidiger:<br \/>\nNebenklage:<br \/>\nVorsitzende Richterin am Landgericht: L\u00e4tzel<br \/>\nRichter am Landgericht Kemper<br \/>\nRichter am Landgericht Cornelius<br \/>\nRentner Rolf Gagelmann<br \/>\nWaltraud Asbeck<br \/>\nSauer (2. Staatsanwalt nicht anwesend)<br \/>\nProf Dr. h.c. Volkmar Schneider<br \/>\nProf. Dr. med. Klaus Eyrich<br \/>\nErich Joester<br \/>\nDr. Elke Maleika<\/p>\n<p>N\u00e4chster Termin 18.4.9.15 Uhr, Vernehmung der Sanit\u00e4ter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An diesem Prozesstag findet ausschlie\u00dflich die Zeugenvernehmung des zweiten an der T\u00f6tung von Laye-Alama Cond\u00e9 beteiligten Polizeibeamten Volker Krieg statt. Zun\u00e4chst fasst dieser aus seiner Sicht die Ereignisse des 27.12.2004 zusammen. Krieg war in Zivil am Sielwalleck unterwegs. 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